Die lebensnotwendigste Aktivität des Menschen

Die lebensnotwendigste Aktivität des Menschen

Das Geschirr ist mit der lebensnotwendigsten Aktivität des Menschen verbunden: essen, trinken und sogar zum Kontakte knüpfen. Zur heutigen Zeit sehen wir es als selbstverständlich an, jedoch hat unser hilfreicher Assistent beim Verzehren unserer Lieblingsgerichte eine lange und komplizierte Geschichte hinter sich.

 

Die ersten entdeckten Utensilien

Obwohl wir wahrscheinlich unsere frühesten Vorfahren nicht mit vornhemen Speisen assoziieren, gibt es denoch Beweise das Höhlenmenschen normale Objekte als Hilfsmittel zum essen benutzten. 

Das älteste Geschirr was bei Ausgrabungen gefunden wurde war der Vorfahre eines Löffels.

Warum war des Löffel das Erste Geschirr?

Das hängt teilweise damit zusammen, dass die Form eines Löffels in der Umwelt natürlich vorkommt, zum Beispiel Steine mit einer Wölbung oder Muscheln konnten ideal genutzt werden. Anders sieht es bei der Gabel und beim Messer aus, diese müssen geformt und geschliffen werden damit sie ihren Zweck erfüllen.

Natürlich können Muscheln und Steine nicht mit dem Besteck von heute verglichen werden, trotzdem präsentieren diese, die erstmalige Nutzung von Geschirr.

Schrittweise haben dennoch unsere Vorfahren komplexere Utensilien entwickelt.

Stöcke und Knochen wurden an den natürlich vorkommenden Löffel angebracht, die als Griff verwendet wurden um somit kultivierender zu Essen.

 

Die Künste des Tisches von der Antike bis zur heutigen Zeit

Schon seit der Antike gibt es die Vorstellung vom gemeinsamen Essen als Form des gesellschaftlichen Zusammentreffen und kennenlernen, die Idee des Bankett's entstand zu dieser Zeit.

 

Das Bankett der Griechen

Für die Griechen bestanden diese Treffen zum gemeinsamen Mahlen nur für Männer und es spielte eine wichtige Rolle für den sozialen Zusammenhalt. Personen mit den gleichen Interessen traffen zusammen am Tisch und unterhielten sich für Stunden.

Das Festmahl für die Griechen wurde unterteilt in 2 Phasen: trinken und essen!

Geschirr, Teller und Besteck für die einzelne Person gab es nicht, alle Untensilien wurde untereinander geteilt. Die Künste des Tisches werden hauptsächlich für den Service des Weins offenbart.

 Griechisches Bankett @ Marie-Lan Nguyen / Wikimedia Commons 

Ein Festmahl für die Römer

Für die Römer ist das Bankett auch ein wichtiger Moment im gesellschaftlichen Leben. Im Gegensatz zu den Griechen, die mit leichten Mahlzeiten zufrieden waren, endeten die römischen Bankette in einer Orgie. Frauen und Männer aßen zusammen und tranken gleichzeitig. Das Bankett fand auf U-förmigen Tischbetten statt, so dass sich alle Gäste sehen und den Tisch erreichen konnten, der sich in der Mitte befand. Wie bei den Griechen sind die Tischkünste nicht wirklich präsent, weil es einen Tisch, wie in unserem heutigen Verständnis, nicht gab.

römisches Fast-Food Restaurant @ Aldo Ardetti / Italian Wikipedia

Die Entstehung des Begriff 'Möbel' im Mittelalter

Zu Beginn des Mittelalters war kein Platz mehr auf den Betten für Essen vorhanden, hier entstand der Begriff Möbel. Die Tische waren einfache Bretter auf Böcken, und die Tischdecke kam in Verwendung. Sie wurde verwendet um die unschönen Böcke zu verdecken und das Reinigen des Tisches zu beschleunigen. Der Tisch hat zu diesem Zeitpunkt eine runde Form angenommen, um Gleichheit darzustellen. Das Tischgedeck ist immer noch nicht individuell, das Essen wurde auf einer großen Scheibe Brot serviert das geteilt wurde. Das Getränk wurde in rudimentären Terrakotta oder Steinzeug serviert, die Schalen ähneln.

 

Back to the roots – Das Feudalsystem

Später, mit dem Auftreten des Feudalsystems, wurden Ungleichheiten wieder beliebt und der Tisch nimmt wieder eine U-Form an. Die Sitze sind hierarchisch angeordnet und die Stühle haben Rücken- und Armlehnen für Menschen mit hohem sozialen Rang. Zwei typische Gegenstände befanden sich in der Nähe des Hausherren. Sie bestanden aus Edelmetallen die mit Edelsteinen verfeinert wurden. das Hanap und das Ciborium.

 

Das Erscheinen der Gabel und des Messer in der Renaissance und 16. Jahrhundert

Während der Renaissance und insbesondere im 16. Jahrhundert bestanden die Mahlzeiten aus drei bis sechs Gängen und die Tische wurden vielfältig dekoriert. Catherine de Médicis (1519-1589) brachte die Gabel mit zwei langen Zähnen, feinstes Steingut sowie Glaswaren auf den Tisch, denoch wurde größtenteils weiterhin bevorzugt mit den Händern zu essen. Das Handtuch kam in den Gebrauch: es ist groß um den Kragen vor Verschmutzung zu schützen!

 

Das französische Gedeck im 17. Jahrhundert

Im 17. Jahrhundert entwickelte sich unser Gedeck auf dem Tisch weiter und wurde verfeinert: Es

war die Geburtsstunde des französischen Gedecks. Das Besteck bekam individuell. Das Messer und die Gabel (mit drei Zinken) wurden rechts vom Teller platziert, wobei die Serviette und die Gläser auf die Tischdecke gelegt wurden. Die Klinge des Messers ist abgerundet und wird dank des Aufstiegs der Goldschmiedekunst immer edler.

 

Der König wurde der beliebteste Tischnachbar im 18. Jahrhundert

Am Hof von Versailles erlebt die Kunst des französischen Gedecks die größte Verfeinerung: Die Tische sowie die Platzierung der Gäste und die Anordnung der Gerichte sind organisiert. Da alle Gerichte in der Nähe des Königs serviert wurden, waren die Sitzplätze neben Ihm sehr begehrt. Wie die Tische sind auch die Speisesäle reich dekoriert. Die Gabel hat einen vierten Zahn, bleibt aber mit dem Messer und dem Löffel rechts vom Teller platziert.

 

Der russische Tischservice kam ins Spiel - 19. Jahrhundert

Es ist die Geburtsstunde des "goldenen Zeitalters des Kochens" und die Organisation des Tischservice ändert sich. Es wurde nicht mehr im französichen Stil serviert, dieser Service bleibt jedoch in bürgerlichen Häusern erhalten, sondern der russische Tischservice kam in Gebrauch: Das Geschirr wird hier in der Reihenfolge des servierenden Gerichts zum Tisch gebracht. Fischgerichte werden als eigenständiges Gericht angesehen und vor dem Fleisch serviert. Die Gäste bedienen sich selbst vom Serviertablet und das Tablet wird dann in die Küche zurückgebracht und nicht mehr auf dem Tisch liegen gelassen. Das Herzstück des Tisches ist frei und wird mit Porzellangegenständen, Armleuchter, Tassen und Blumen dekoriert. Kristalle erscheinen und ein umfassender Weinservice wird ins Leben gerufen.

Das Geschirr wird als eigene Art der Kunst angesehen und leere Flächen auf den Tischen werden beliebter. Einige Jahre später erscheint das Design das aus Formica und Kunststoff besteht. Moderne Utensilien werden geschaffen.

 

Große Veränderungen im 20. Jahrhundert

Im 20. Jahrhundert ebnen Innovationen in der Herstellungstechnik und das Erscheinen neuer Materialien den Weg für neue Formen sowie neue Verwendungszwecke, Nach dem Zweiten Weltkrieg finden große Veränderungen statt. Das wichtigste ist das Erscheinen von rostfreiem Stahl. Es war die Kehrwende für Besteck und Kochutensilien. Der andere Umbruch betrifft Glaswaren. Früher wurde Glas geblasen, aber die mechanische Herstellung ermöglichte es, Kristall für die gesamte Bevölkerung herzustellen. In jüngerer Zeit wurde auch Keramik modernisiert. Bis zu dieser Modernisierung mussten Töpfer Keramik drehen und mit Ihren Händen bearbeiten sodass die Stücke immer rund waren. Von dem Moment an, an dem ein anderer Weg gefunden wurde um Porzellan anders als durch Drehen herzustellen, konnten Formänderungen geschaffen werden. Dies ist eine der großen Entwicklungen zum Ende des 20. Jahrhunderts.

 

Wie sieht es heutzutage aus?

Um sich an die neue Lebensweise anzupassen, wurde das Geschirr sowohl in der Form als auch in den verwendeten Materialien vereinfacht. Die Kunst der Gastfreundschaft löst sich von Normen, zugunsten der Auffassung von Stil. Dekoration und Trends bieten Verbrauchern und Herstellern einen neuen Raum der Freiheit.

Heutzutage gibt es keine Normen und Standards mehr, sondern mehr die Freiheit die jeder zum Ausdruck bringen will. Es ist wie das Streben nach der perfekten Dekoration von das eigene Wohlbefinden.

Der wiederkehrende Trend eines einzelnen Augenblicks ist am verändern: kein einheitlicher Look mehr, sondern Farben und Muster die am Tisch gemischt werden. In diesen schwierigen Zeiten müssen wir kreativ sein, wir müssen auffallen. Wir spüren den Wunsch nach Verspieltheit, Fantasie, Freiheit und das wahre Vergnügen von Spaß. Viele klassische Häuser fordern zeitgenössische Designer auf, neue Kollektionen zu kreieren (modernes Design, aber mit alter Technik und Know-how). Gut gemachte Produkte im neuzeitlichen Stil.